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Gesundheit

Deutsche Studie: HRT erhöht Brustkrebsrisiko
Achtung Frauen: Die Einnahme von Hormonen verstärkt das Brustkrebsrisiko um 75 %
 
Deutsche Studie: HRT erhöht Brustkrebsrisiko
30.05.08 - Wird eine Hormonersatztherapie über mehr als fünf Jahre eingenommen, erhöht sich das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Dies konnten nun auch Forscher des DKFZ in einer deutschen Studie nachweisen. Das Risiko ist während der Zeit der Hormoneinnahme deutlich erhöht, sinkt jedoch fünf Jahre nach Absetzen der Präparate wieder auf das Ausgangsniveau.
3.464 Brustkrebs-Patientinnen und 6.657 gesunde Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren gaben im Rahmen der Fall-Kontroll-Studie "MARIE" detailliert Auskunft über die Hormone, die sie zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden einnehmen oder in der Vergangenheit eingenommen hatten. Koordiniert wurde die Untersuchung vom Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Bei Frauen, die Hormone einnahmen oder eingenommen hatten, lag das Brustkrebsrisiko im Schnitt um 37 Prozent höher als bei Frauen ohne Hormonersatztherapie (HRT). Direkt während der Hormoneinnahme war das Risiko sogar um 73 Prozent erhöht. Diese signifikante Risikosteigerung galt jedoch nur für Frauen, die die Hormone fünf Jahre oder länger nahmen. Innerhalb von fünf Jahren nach dem Absetzen der Therapie sank das Brustkrebsrisiko ehemaliger HRT-Anwenderinnen zudem wieder auf das der "Nie-Anwenderinnen".

Deutsche Veschreibungspraxis berücksichtigt
Die Ergebnisse der MARIE-Studie bestätigten Befunde der Women`s Health Initiative Study und der Million Women Study, erläutert Studienleiter Prof. Wilhelm Braendle. "Es wurde häufig eingewandt, die Ergebnisse der amerikanischen Studie ließen sich nicht auf Deutschland mit seinen ganz anderen Verschreibungsgewohnheiten übertragen", erklärt Mitautor Prof. Jenny Chang-Claude. "Daher haben wir die verschiedenen Hormonpräparate, vor allem die unterschiedlichen Gestagene, genau erfasst. Dabei kommen wir zu ähnlichen Resultaten wie die Amerikaner."

"Mit unseren neuen Daten geben wir den Ärzten in Deutschland solide Informationen an die Hand, um ihre Patientinnen über Nutzen und Risiken einer Hormonersatztherapie zu beraten", stellt Chang-Claude fest.

Risiko eines lobulären Karzinoms stärker erhöht

Die MARIE-Studie bestätigte auch die unterschiedlichen Effekte verschiedener Hormonpräparate: Eine Kombinationstherapie aus Östrogen und Gestagen verdoppelte das Risiko eines Mammakarzinoms gegenüber Nie-Anwenderinnen, eine Östrogen-Monotherapie ließ es dagegen nur um 15 Prozent ansteigen. In beiden Fällen erhöhte sich das Risiko jedoch nur, wenn die Hormone über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren eingenommen wurden.

"Die Hormonersatztherapie hat offenbar auch unterschiedlichen Einfluss auf die verschiedenen Typen von Brustkrebs", erläutert Braendle. "Das Risiko, an einem der selteneren lobulären oder tubulären Karzinome zu erkranken, steigt unter HRT doppelt so stark wie das Risiko der häufigen duktalen Karzinome, die 40 bis 75 Prozent aller bösartigen Tumoren der Brust ausmachen.

 
Die internetseite der MARIE-Studie

http://www.uke.de
 
 
 
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